Sonntag, 5. Mai 2013

Catherine Fisher ✨✨ Incarceron -Fliehen heisst sterben-

Bild & Text:
Banvalet.de



CATHERINE FISHER

Incarceron -Fliehen heißt sterben-, Roman

Originaltitel: Incarceron
Originalverlag: Hodder Children's Books, London 2007
Aus dem Englischen von Marianne Schmidt 
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-3080-8
€ 18,99 [D] € 19,60 [A] CHF 27,50* (* empf. VK-Preis) 

Verlag: Penhaligon
Erscheinungstermin: 18. März 2013 

Claudia ist die Tochter des Hüters. 
Der Hüter über Incarceron, dem Gefängnis für Diebe, Mörder und alles anderen Missetäter. 
Wohl behütet wächst sie in dem Glauben auf, dass ihr Vater Gutes vollbringt und Incarceron eine neue Welt, eine bessere Welt existiert. 
Kurz vor Ihrer Verehelichung mit Caspar, dem Prinzen des Landes, fällt all der Glaube von Ihr ab.
Den Caspar ist die zweite Wahl, eigentlich war sie dem ersten Prinzen versprochen, Giles. Doch dieser stirbt bei einem Reitunfall auf tragische Weise. Der Unterschied ist, das Claudia Giles wirklich gemocht hat, Caspar aber alles andere als abstoßend findet. Sie kann nicht verstehen, dass ihr Vater sie zu solch Maßnahmen zwingt und hier wird ihr klar, dass dies alles nur zu seinem Zwecken und Nutzen erfolgt. 
Sie zweifelt an Ihrem Vater, seiner Glaubhaftigkeit und bricht heimlich in sein Arbeitszimmer ein!
Ihr einziger Verbündeter, bester Freund und Lehrer Jared hilft ihr unbemerkt zu bleiben.
Dort findet sie eine Schlüssel. 
Welche Tür wird dieser Schlüssel ihr öffnen?

Finn lebt in Incarceron. 
Er ist Gefangener Nr. oo87/ 2314 und gehört zu den Comitatus. Mühsam hat er sich dort einen Platz in der Grupper erkämpft und mit seinen Kumpel Kairo, den heiligen Bund der Eidbrüder vollzogen.  Finn unterscheidet sich in vielen Dingen, von den anderen Gefangen, er hat ein Tattoo eine Adlers auf dem Unteram, zu dem keiner eine Geschichte hat und er hat Visionen. Diese Visionen zeigen Finn eine andere Welt und machen ihn zu etwas Besonderem. Unter seinen Kumpanen gilt er als Zellgeborener, da er einmalig in jeder Hinsicht ist. Einer der letzten Sapienten, sieht in ihm eine Prophezeiung und einen Sternenseher und deutet voraus, das Finn der jeinige sein wird, der Ihnen die Freiheit bringt.
Bei einem der üblichen Beutezüge gegen die Civitates erbeutet Finn einen Schlüssel, den er versteckt da er das selbe Symbol aufweist, die sein Tattoo ziehrt. Vielleicht kann er mehr über sich und dieses Symbol heraus finden. 
Welche Tür wird dieser Schlüssel ihm öffnen?


Die Charaktere der Geschichte sind sehr fein ausgearbeitet und man lernt sie gut kennen und lieben.

Claudia ist eine sehr willensstarke Frau, die Ihren eigenen Kopf besitzt und diesen auch gekonnt durch setzt. Der Leser fühlt mit ihr die glücklichen Momente. Aber auch die traurigen, enttäuschten und wütenden Gefühle kommen sehr stark zu Geltung und man ist selbst in diesem Gefühl gefangen und leidet mit. 
Finn zeigt sich uns im ersten Teil der Geschichte als ein verwirrter Junge ohne Vergangenheit. Dieses Problem zerfrisst ihn und man erkennt sehr schnell, das es in der Geschichte unter Anderem darum geht, heraus zu finden wer er ist. Dieser Charakter ist sehr verschwommen da man zwar schnell herausfindet wer wirklich dahinter steckt, ihn aber aufgrund des Werdeganges völlig neu kennenlernen muss. Stück für Stück finden wir mehr zu ihm und lernen ihn immer besser kennen obwohl wir die ganze Zeit dachten ihn bereits zu kennen!
Auch die Nebendarsteller wie zum Beispiel Kairo, Jared oder der Hüter sind gut ausgearbeitet und man hat ziemlich schnell eine gewisse Vertrautheit zu Ihnen gefunden. 


Was bist du?

Diese Frage stellte ich mir immer wieder beim Lesen.
Dystopie?
Vergangenheit?
Science Fiction?
Märchen?
Steampunk? 
Bereits auf den ersten Seiten wird man in eine Welt geworfen, die ich so noch nicht hatte. 
Die eine bestimmte Frage, in welcher Zeit wir uns hier befinden macht sich groß und drängt sich in den Vordergrund.
Einerseits ist die Rede von Brokatstoffen & Kutschen, andererseits verfügen die Darsteller über technische Geräte wie Scanner oder Waschmaschinen! 
Also, wo befinden wir uns?
In meinem Kopf hat sich letztendlich eine gespaltene Welt der Zukunft eingespielt, die sich nach "Innerhalb" und "Außerhalb" gliedert. 
Innerhalb haben wir eine dystopische Zukunft der Technik, in der von mechanischen "Söhnen" des Gefängnisses die Rede ist. 
Ihre Venen sind Röhrchen und die Haare aus Drähten.
Außerhalb haben wir eine zwanghafte, mittelalterliche Form mit Brokatkleider & Kutschen, Schriftrollen anstatt EMail oder Fax. Aber die bereits erwähnte Waschmaschine oder eine Taschenlampe zeigen, dass wir nicht ganz in der Vergangenheit leben können!


Meiner Meinung nach ist es durchaus möglich, dass diese Welt 
jedem Leser anders erscheint!
Das macht dieses Buch einmalig.

Die Autorin schafft für mich etwas völlig neues, das sich schwer greifen lässt.

Mit Ihrem bildlichen Schreibstil bringt sie den Leser in zwei verschiedene Welten. Die düstere Dystopie im innern Incarcerons mit seinen vielen Gefangenen und eine mittelalterliche Zukunft außerhalb, die für mich einen Hauch Steampunk beinhaltete.
Sie schafft es einen zu fesseln, ein Lächeln zu entlocken und gleich danach wieder eine faltige Stirn hervor zu bringen. 
Abwechselnd erzählt die Autorin ihre Geschichte aus den Perspektiven von Finn & Claudia, die letztendlich miteinander verschmelzen.
Die 5 Leseabschnitte in dem Buch lassen uns begreifen, das es hier durchaus mehr zu verstehen gibt, als die Welt Innerhalb & Ausserhalb. Vieles, was nebenher läuft wird am Ende plötzlich von Bedeutung und Charaktere ändern sich im Verlauf des Buches. Die gesammelten Eindrücke werden einerseits gepflegt und andererseits über den Haufen geworfen. 
Mit dem Buch "Incarceron" schafft Catherine Fisher den internationalen Durchbruch!

Die interessante Story schreit nach mehr, auch wenn es hier einige "zähe" Stellen gab, die sich für mich etwas in die Länge zogen. Gespannt erwarte ich den zweiten und letzten Band der Dilogie und vergebe hier 4 Sterne, Tendenz steigend:



Ein Dankeschön  an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar:





Dieses Buch hat 4 Sterne verdient!


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