Montag, 11. Februar 2013

Susanne Winnacker ✨✨ The Weepers




Und sie werden dich finden .... 


1.139 Tage seitdem Sie die Stimmen Ihrer Freunde zuletzt gehört hatte; seitdem Sie den Himmel gesehen hatte. 

22.336 Stunden seit Sie zum letzten Mal frisch gemähtes Gras gerochen und ein Eis gegessen hatte; 1.640.160 Minuten seit Sie zum letzten Mal gerannt war, seit der Wind Ihr Haar zerzaust hatte; seit Sie einen Menschen gesehen hatte, der nicht zu Ihrer Familie gehörte. 
98.409.600 Sekunden seit Sie zum letzten Mal die Sonne auf Ihrer Haut gespürt hatte; seit die schwere Stahltür ins Schloss gefallen war und Sie von der Außenwelt abgeschnitten hatte. 

Shelly lebt mit Ihrer Familie seit 4 Jahren im Bunker unter Ihrem Familienhaus. Damals, also vor 1.139 Tagen, das Militär den Ausnahmezustand ausrief und der Virus nicht mehr zu kontrollieren schien, haben sie sich mit Lebensmittel eingedeckt die für 4 Jahre reichen und sind in den Bunker gezogen. Jetzt, kurz vor dem 4. Jahr werden die Lebensmittel knapp und es ist gewiss, dass Sie nicht mehr lange halten werden. Das Funkgerät geht nicht mehr, keiner weiß was da draußen los ist, ob vielleicht schon alles vorbei ist. Das ungewisse, abgeschnittene Leben im Kreise ihrer Familie hat Shelly erwachsen gemacht. Sie akzeptiert, die mittlerweile täglichen Streiterein Ihrer Eltern, das gezanke Ihres Bruders und sogar das Klick Klick von Oma´s Stricknadeln können Sie nicht mehr aus der Ruhe bringen. Dann gehen die Lebensmittel sind aus .... Eine kurze Familienkonferenz beschließt, dass Shelly mit Ihrem Dad den Bunker verlässt auf der Suche nach Lebensmittel. Total geblendet, vom Bunkerleben entdeckt Shelly mit Ihrem Dad Ihre alte Welt neu! Alles was nicht in Schutt u Asche liegt, liegt verborgen unter einer dicken Staubschicht. Eine schwarze Russschicht an den Fenstern lässt erahnen, was sich hier draußen wirklich alles abgespielt haben muss. Nachdem sie kurz im Nachbarhaus kontrolliert haben, ob dieses noch da sind oder vll schon viel früher rausgekommen sind, setzen sich Shelly und ihr Dad ins Auto und versuchen zum Supermarkt zu fahren in der Hoffnung dort etwas Essbares zu finden. Aber der Supermarkt ist bereits ziemlich leergeräumt, was darauf hinweist, dass es weitere Menschen geben muss die Ihr Leben nach dem Bunker versucht haben wieder aufzunehmen. Und dann geschieht es

.... Klack Klack ....
dieses Geräusch hört sich an als ob Krallen über die Fliesen gehen 
... Klack Klack ....

Wären wir hier in einer Koch Show würde die Definition wie folgt lauten: „Dieses Buch, dieser Schreibstil ist ein reiner Gaumenschmaus und zergeht auf der Zunge. Es hinterlässt Suchtpotenzial“. Es besitzt die Genialität, einen von Anfang an mit einer gewissen Härte und einem sehr trockenen Humor für sich zu gewinnen! So findet man sich selbst wieder, indem man ein einer Lache Blut ausrutscht oder aber man holt die Tiefkühlerbsen neben dem kühl gelagerten Opa aus der Kühltruhe. Einfach genial …. 

Die Charaktere sind sehr gewöhnlich und durchschnittlich. 
Shelly ist ein Mädchen wie du und ich, der man noch nicht mal unbedingt das Leben im Bunker anmerkt. Das fand ich sehr außergewöhnlich, denn meiner Meinung nach war Sie ab diesem Zeitpunkt, in dem Sie den Bunker verlässt, wieder der gewöhnliche Teenager. Sie verliebt sich Ruckizucki, andererseits setzt sie entschlossen das Gewehr ein und fängt an zu töten. Es ist schwer für mich diesen Charakter einzuschätzen, da man ja „Gott sei Dank!“ noch nie in dieser Situation war! Nachdem mich das Cover ehrlicherweise nun nicht unbedingt gleich angesprochen hätte, bin ich nun sehr froh das ich an der Leserunden teilnehmen durfte! Sonst hätte ich was verpasst ;-) 
Ein gelungenes Buch, was vielleicht sogar doch noch ein wenig blutiger sein könnte.

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